Archiv für April 2011

Düren: Konzert zum „Tag der Befreiung vom Faschismus“

Düren. Am 8. Mai jährt sich um 66. Mal das Ende des Zweiten Weltkrieges und damit die endgültige militärische Niederlage des Hitlerfaschismus. In den ehemals von den Nazis okkupierten Ländern wird dieser „Tag der Befreiung“ vom 8. Mai 1945 feierlich begangen. In Deutschland sind es vor allem antifaschistische Initiativen, die an diesen Tag errinnern. Am 7. Mai 2011 findet in Düren anlässlich des Datum die 13. Auflage des „Antifa-Festivals“ statt. Seit Anfang der 1990er Jahre werden diese Konzerte – mit einigen Unterbrechungen – von der Antifa Düren organisiert. Damit sind die Veranstaltungen fester Bestandteil des „alternativen“ Dürener Kulturkalenders. In diesem Jahr treten u.a. „Juice Crew“ (Punkrock aus Euskirchen), Beater F. Group (Rock aus Düren), Coconutt Butts (Ska-Punk aus Aachen) sowie Nic Knatterton (Hiphop aus Aachen) auf. Das Festival mit dem Motto „Smash Fascism!“ findet im Jugendzentrum „Multikulti“ im Haus der Stadt (Stolzestraße) statt. Einlass ist um 18:30 Uhr, der Eintritt beträgt 5 Euro. (mf)

Euskirchen: Gastwirt setzt neonazistischen Diskussionszirkel vor die Tür

Euskirchen. Ein für den kommenden Samstag (30. April) angekündigter „Kongress“ mit dem Titel „Die europäischen Völker und ihre abendländische Kultur“, der in einer Gaststätte in Euskirchen stattfinden sollte, fällt ins Wasser. Der betroffene Wirt reagierte prompt auf Hinweise und setzte die extrem Rechten vor die Tür. Für die Tagung des „Akademiekreises“, einem seit mindestens 2005 aktiven locker organisiertem Diskussionszirkel, rechnete der aus Rheinbach (Rhein-Sieg-Kreis) stammende Organisator Werner Keweloh mit bis zu 160 Teilnehmern. Am Mittag hatte das Fachportal „Blick nach Rechts“ berichtet, dass als Referenten der Geschichtsrevisionist Olaf Rose, der seit 2006 für die NPD tätig ist und für die neonazistische Partei im auch Stadtrat des sächsischen Pirna sitzt, sowie Rigolf Henning und Wjatscheslaw Daschitschew auftreten sollten. Henning ist seit 2006 NPD-Stadtrat im niedersächsischen Verden sowie Abgeordneter im Kreistag. Keweloh ist regelmäßiger Referent bei Organisationen aus verschiedenen Spektren der extremen Rechten. Zunächst war er im rechtskonservativen Millieu – etwa der „Deutschen Partei“ aktiv – und wandte sich in den vergangenen Jahren verstärkt dem offen neonazistischen Spektrum zu. Das Infoportal „NRW Rechtsaußen“ berichtete, dass er Ende 2009 in die NPD eingetreten sei.
Ein erste Veranstaltung des „Akademiekreises“ hatte in der betroffenen Gaststätte bereits im November 2010 stattgefunden. „Schon damals hatte ich ein mulmiges Gefühl“, erklärte der Gastwirt. Seine Gäste habe er damals nicht als Neonazis erkannt.
Zu den Referenten am 27. November 2010 zählte u.a. die vorbestrafte Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck. Auch eine Delegation der sogenannten „Russlanddeutschen Konservativen“ um den in Hürtgenwald (Kreis Düren) lebenden Johann Thießen hatte an der Veranstaltung in Euskirchen teilgenommen. Thießen ist Vorsitzender der „Schutzgemeinschaft ‚Deutsche Heimat‘ der Deutschen aus Russland e.V.“, einer beim Amtsgericht Düren eingetragenen neonazistischen Kleinstorganisation sogenannter „Spätaussiedler“. Insgesamt waren 2010 etwa 60 Teilnehmer nach Euskirchen gekommen.
Heute Nachmittag kündigte der Gastwirt schriftlich den mit Keweloh geschlossenen Mietvertrag. Er sei über die wahren Hintergründe der geplanten Veranstaltung getäuscht worden. „Die kommen hier nicht rein, auch wenn ich die Türen verschließen muss“.
Ob der „Akademiekreis“ kurzfristig neue Räumlichkeiten für seinen „Kongress“ findet ist angesichts der zahlreichen Veranstaltungen am Vorabend des 1. Mai mehr als fraglich. (mf)