„Pro“-Gegner bereiten sich auf Proteste gegen den „Marsch für die Freiheit“ vor

Köln. Morgen will die extreme rechte Bürgerbewegung „Pro NRW“ in der Kölner Innenstadt demonstrieren. Die Gegner der Rechtspopulisten bereiten sich auf Proteste gegen den sogenannten „Marsch für die Freiheit“ vor. In der Nacht schlug die „Datenantifa“ zu. Mehrere Websites der „Pro-Bewegung“ waren über Stunden nicht erreichbar.

Es ist der dritte Versuch der Rechtspopulisten, in Köln in größerem Stil auf der Straße Flagge zu zeigen. 2008 scheiterte der erste Versuch, einen „Anti-Islamierungskongress“ durchzuführen, kläglich. Tausende Gegendemonstranten blockierten damals den Heumarkt. Nur eine handvoll Rechter schaffte es, auf den Kundgebungsplatz zu gelangen. Aufgrund des massiven Proteste blies die Polizei schließlich die Veranstaltung ab. Ein Jahr später versammelten sich dann rund 150 „Pro“-Anhänger auf dem trostlosen Barmerplatz in Deutz, wiederum lautstark begleitet von 5000 Gegendemonstranten. Großspurig angekündigt hatte „Pro“ im Vorfeld 2000 Anhänger.

Europäische Rechte trifft sich am Rhein

Für morgen plant die „Pro-Bewegung“ eine „internationale Demonstration“ durch die Kölner Innnenstadt. Beginnen soll das Spektakel in Deutz – dort treffen sich die Rechten um 12 Uhr auf der Deutzer Freiheit. Im Anschluss soll der Weg über den Neumarkt bis hin zu Rudolfplatz führen.
Die Liste der Unterzeichner des Aufrufs zum „Marsch für die Freiheit“ liest sich wie ein „Who-is-Who“ der europäischen Rechten. „Pro Köln“ und „Pro NRW“ kokettieren regelmäßig mit ihren Kontakten zu rechtspopulistischen Parteien im Ausland. Schließlich sind die weitaus erfolgreichere „Freiheitliche Partei Österreichs“ (FPÖ) und der belgische „Vlaams Belang“ Vorbild für die Organisation, der es außerhalb von Köln bislang kaum gelungen ist, nennenswerten politischen Einfluss zu erlangen. Die Beteiligung aus den europäischen Nachbarländern am „Marsch für die Freiheit“ könnte dennoch deutlich schwächer ausfallen, als von „Pro NRW“ im Vorfeld propagiert. Bei der österreichischen FPÖ ist der Aufmarsch am Rhein kein großes Thema. Und auch in Belgien kündigt der „Vlaams Belang“ am Samstag nur eine Veranstaltung an: Die Jugendorganisation „Vlaams Belang Jongeren“ lädt zu einem „Karaokeabend“ in der Nähe von Gent.

Protest hüben und drüben

Die „Pro“-Gegner kündigen für morgen verschiedenen Protestaktionen an. Auf beiden Rheinseiten soll den Rassisten das Leben schwer gemacht werden. Im rechtsrheinischen Deutz beginnt um 10 Uhr an der Ecke Siegburgerstraße / Arminiusstraße eine Kundgebung des „Bündnisses gegen Pro Köln“. Zeitgleich trifft sich das Bündnis am Dom auf dem Platz vor dem Hauptbahnhof. Das Bündnis „Köln stellt sich quer“ ruft für 11:30 Uhr zu einer Kundgebung an Frankenwerft unweit der Deutzer Brücke auf. In der Kirche St. Heribert an der Deutzer Freiheit soll ab 10:30 Uhr mit einem „ökumenischen Gottesdienst“ ein Zeichen gegen die Rechten gesetzt werden.

„Pro“-Websites offline

Für Stunden waren verschiedene Websites der „Pro-Bewegung“ nicht mehr erreichbar. Betroffen waren etwa die Homepages von „Pro NRW“ und „Pro Köln“. Die Internetpräsenzen sind mutmaßlich von Gegnern der rassistischen „Bürgerbewegung“ lahmgelegt worden. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag meldete sich die „Datenantifa NRW“ per Twitter zu Wort: „Die Webseite von ‚Pro NRW/Köln‘ wurde vorübergehend aus dem Netz genommen“, hieß es auf dem Microblogging-Dienst. Ob die Aktion im Zusammenhang mit der „Operation Blitzkrieg“ der Gruppe „Anonymous“ besteht, ist unklar. Die Hacker haben in den vergangen Tagen unter anderem die Websites eines neonazistischen Versandhandels und eines bei Neonazi-Gruppen beliebten Blog-Anbieter lahmgelegt.
In einer anonym veröffentlichten Erklärung hieß es am Donnerstag: „Am 06.05.2011 haben Antifa Aktivisten die Website von ‚Pro NRW/Pro Köln‘ vorübergehend aus dem Internet genommen. So soll es bis nach dem Aufmarsch auch bleiben.“ Es sei möglich, dass die betroffenen Websites kurzfristig abrufbar seien. Die Aktion sei nicht Teil der „Operation Blitzkrieg“ und stehe in keinem Zusammenhang mit der Gruppe „Anonymous“. (mf)

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2 Antworten auf „„Pro“-Gegner bereiten sich auf Proteste gegen den „Marsch für die Freiheit“ vor“


  1. 1 Anja 06. Mai 2011 um 18:50 Uhr

    Woher habt Ihr das Info, dass die Antifa hinter den Hacks steckt? Ich finde da keine Quelle, die Eure Aussage bestätigt.

    Das wurde hier gepostet: http://pastebin.se/203885
    Inzwischen scheinen die Websites von „pro“ aber wieder durchgängig erreichbar zu sein.
    Grüße, mf

  2. 2 Anja 06. Mai 2011 um 19:22 Uhr

    Vielen Dank für das Info und den Link! :-)
    Ja, leider sind die Seiten wieder erreichbar. Aber ich werde morgen dort sein und hoffe auf viele tausend weitere Gegendemonstranten! :)

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