Köln: Proteste gegen den „Marsch für die Freiheit“ haben begonnen

Köln. Wenige Stunden vor der angekündigten Demonstration der extrem rechten „Bürgerbewegung pro NRW“ machen sich die Gegner der Rassisten schon einmal warm.

Mancher Passant rieb sich heute am späten Nachmittag verdutzt die Augen. Mit Sprühdosen und Kreide bewaffnet zogen knapp 60 junge Leute vom Ottoplatz über die Deutzer Brücke in Richtung Innenstadt. Gehweg und Fahrbahndecke wurden mit Parolen und Losungen gegen den für morgen geplanten Aufmarsch der Rechtspopulisten „verschönert“. „Marsch in den Rhein“ prangt etwa in großen Lettern auf der Brücke. Oder „Nazis sind nicht erwünscht“ und „Pro Köln wegküssen“. Aufgerufen zu der Aktion unter dem Motto „NEIN zu RassistInnen in Köln und Überall“ hatte die Bezirksschülervertretung Köln. Die Polizei begleitete mit einigen Beamten die Aktion, Teile einer Einsatzhunderschaft waren kurzzeitig im Bereich des Bahnhofs Deutz präsent. Die Bereitschaftspolizei hielt sich jedoch im Hintergrund.

Vorab-Treffpunkte der Rechten bekannt

Die Mitglieder und Anhänger der „pro-Bewegung“ wollen morgen offenbar geschlossen bis zum Bahnhof Deutz anreisen, um von dort aus den Weg bis zur Deutzer Freiheit fortzusetzen. Dort planen die Rassisten um 12 Uhr den Auftakt für ihren sogenannten „Marsch für die Freiheit“. Die Anreise soll offenbar über Vorabtreffpunkte an den Bahnhöfen Leverkusen-Opladen und Köln/Bonn Flughafen gegen 10:45 Uhr erfolgen. Dies geht aus einer Mail des „Pro NRW“-Vorsitzenden Markus Beisicht vor, aus der das Fachportal „NRW Rechtsaußen“ zitiert.

Heerlager in Köln-Kalk

Unterdessen bereitet sich die Polizei auf einen Großeinsatz am morgigen Samstag vor. Alles deutet darauf hin, dass die Staatsmacht eine harte Linie gegen antifaschistische Demonstranten fahren wird. In der Kölner Lokalpresse wurde vermutet, dass eine fünfstellige Zahl von Beamten den Marsch der Rechten durchsetzen soll. Die Einsatzleitung setzt dabei auch auf Kräfte aus anderen Bundesländern. Am frühen Abend rückten etwa Einsatzhundertschaften aus Mainz und dem niedersächsischen Osnabrück in Köln ein. Auf einer Brachfläche unweit der Kölner Polizeipräsidiums hat die Polizei ein Heerlager errichtet. Auch schweres Gerät wie Räumpanzer und Wasserwerfer werden dort für den morgigen Einsatz bereitgehalten.(mf)

Weitere Fotos von der heutigen Aktion der Bezirksschülervertretung

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