Archiv der Kategorie 'Regionales'

Köln: Der Protest gegen die „Piusbruderschaft“ in Kalk formiert sich

Köln. Am kommenden Samstag will die fundamentalistische, am äußerst rechten Rand des Katholizismus angesiedelte „Piusbruderschaft“ ihre neuerworbene Kirche in der Steinmetzstraße im Stadtteil Kalk einweihen. Inzwischen formieren sich die Gegner der erzreaktionären Gruppierung. Für Samstag, den 28. Mai 2011 ruft ein Bündnis zu einer Demonstration gegen die Piusbruderschaft auf. Diese steht unter dem Motto „Für ein Leben vor dem Tod! Gegen religiösen Fundamentalismus in Köln-Kalk!“ und beginnt ab 9 Uhr vor dem Kalker Bezirksrathaus (U-Bahn-Station Kalk-Kapelle). Im „Autonomen Zentrum“ in Kalk finden am Dienstag und Freitag Veranstaltungen statt, die u.a. die Piusbruderschaft kritisieren. (mf)

Zum Thema siehe auch:

Fun­da­men­ta­lis­ti­sche „Pi­us­bru­der­schaft“ zieht nach Köln-​Kalk -> http://​seismograph.​blogsport.​de/​2011/​05/​05/​fundamentalistische-piusbruderschaft-zieht-nach-koeln-kalk/

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Köln: Schüler demonstrieren für David Berger

Köln / Erftstadt. Rund 400 Teilnehmer zählten die Organisatoren der Demonstration „Gegen Ho­mo­pho­bie und Fun­da­men­ta­lis­mus – So­li­da­ri­tät mit David Ber­ger!“, die heutige Nachmittag und am frühen Abend vom Dom durch die Kölner Innenstadt zog. Es waren vor allem Schülerinnen und Schüler aus Erftstadt, die ihren Unmut über den Entzug der Lehrerlaubnis David Bergers durch Kardinal Joachim Meisner äußerten. Wie berichtet, hatte Meisner Anfang Mai dem schwulen Theologen und Buchautoren Berger untersagt, weiterhin am Ville Gymnasium in Erftstadt katholische Religion zu unterrichten. Als Rednerin trat heute u.a. die katholische Theologin Uta Ranke-Heinemann auf. Der Amtssitz Meisners wurde von einigen Beamten der Bereitschaftsspolizei „bewacht“ – ein Bild, dass man in Köln nicht häufig sieht.

Ein längerer Text folgt ggf. in den nächsten Tagen

Fotos

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Köln: Schüler-Demonstration gegen Kardinal Meisner

Köln / Erftstadt. Das durch den Kölner Kardinal Joachim Meisner verhängte Lehrverbot gegen den schwulen Theologen David Berger hat mediale Wellen geschlagen. Am heutigen „Internationalen Tag gegen Homophobie“ will ein Bündnis aus Schülerinnen und Schüler des Ville Gymnasium der Stadt Erftstadt in Köln unter dem Motto „Gegen Homophobie und Fundamentalismus – Solidarität mit David Berger!“ demonstrieren.

Die Aktion, zudem die Organisatoren mehrere hundert Teilnehmer erwarten, beginnt um 16 Uhr auf dem Vorplatz des Kölner Haupbahnhofes. Anschließend folgt eine Demonstration durch die Innenstadt. „Unser Demonstrationszug wird auch am Dienstsitz von Kardinal Meisner in der Marzellenstraße vorbeiziehen“, erklärte Bündnis-Sprecherin Anna Schmitz. „Unser Protest richtet sich nicht nur gegen diese eine Entscheidung Meisners, sondern vor allem auch gegen die alltägliche Diskriminierung von Schwulen und Lesben“, betonte der 18-jährige Schüler Max Heinemann gegenüber „Seismograph“. Im Aufruf des Bündnisses wird kritisiert, dass Religion im Allgemeinen und der Einfluss religiöser Fundamentalisten im Besonderen die freie Entfaltung menschlicher Bedürfnisse behindere. Der „Hasspredigier“ (Volker Beck) Joachim Meisner ist wegen seiner besonders reaktionären Positionen umstritten.

Unterstützt wird der Aufruf zur Demonstration u.a. vom Kölner Kreisverband von Bündnis 90 / Die Grünen. Mit Volker Beck konnten die Organisatoren einen prominenten schwulen Politiker als „Schirmherr“ gewinnen.

Anfang Mai war dem Erftstädter Pädagogen durch den Kölner Kardinal Joachim Meisner die Lehrerlaubnis für den katholischen Religionsunterricht entzogen worden. Der Kölner Erzbischof habe sich zum Entzug der sogenannten „missio canonica“ gezwungen gesehen, hieß es in einem Bericht des „Kölner Stadtanzeigers“. Das Erzbistum habe erklärt, dass Berger durch seine Veröffentlichungen und Äußerungen in den Medien selbst den Anschein erweckt habe, „in Lehre und Lebensführung mit den moralischen und gesetzlichen Normen der Kirche nicht übereinzustimmen“. Berger übte bis zu seinem Outing Aufgaben und Funktionen am rechten, traditionalistischen Rand der katholischen Kirche aus. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er als Autor des Enthüllungsbuches „Der heilige Schein: Als schwuler Theologe in der katholischen Kirche“ (erschienen im November 2010) bekannt. (mf)

Zum Thema „Religiöser Fundamentalismus“ in Köln siehe auch:

Fundamentalistische „Piusbruderschaft“ zieht nach Köln-Kalk -> http://seismograph.blogsport.de/2011/05/05/fundamentalistische-piusbruderschaft-zieht-nach-koeln-kalk/

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Köln: Spaziergang statt „Marsch für die Freiheit“


Köln. Ein mal über den Rhein und zurück. Monatelang hatte „pro Köln“ für den sogenannten „Marsch für die Freiheit“ die Werbetrommel gerührt. Nachdem 2008 der „Anti-Islam-Kongress“ aufgrund von Blockaden tausender Gegendemonstranten ins Wasser fiel und auch eine Wiederholung 2009 für „pro Köln“ nur mäßig verlief, war es der dritte Versuch der rechtspopulistischen Organisation, in Köln auf der Straße stärkere Präsenz zu zeigen.


Ein „freundlicher“ Gruss vom „Autonomen Zentrum“ aus Köln-Kalk an die rechten Demonstranten

Am vergangenen Samstag glich der „Marsch“ dann eher einem Spaziergang. Durch Blockaden von „pro“-Gegnern am Bahnhof Leverkusen-Opladen, einem der Sammlungspunkte der rechten Demonstranten, und in der Kölner Innenstadt verzögerte sich der Beginn der Demonstration um rund zwei Stunden. Und auch der ursprünglich geplante Weg zum Rudolfplatz war versperrt. Man lasse sich nicht „mürbe machen“ verkündete „pro NRW“-Generalsekretär Markus Wiener am Samstag Mittag nahe des Deutzer Bahnhofes. Bis dahin waren nur etwa 80 Rechte zur Auftaktkundgebung eingetroffen. Zeitweise konnte fast der Eindruck entstehen, dass mehr Medienvertreter als „pro“-Anhänger vor Ort waren. Erst kurz vor 14 Uhr traf eine weitere größere Gruppe extrem rechter Demonstranten ein.


Die „Internationale der Nationalen“ am Heumarkt

Neben Mitgliedern und Anhängern von „pro“ nahmen auch einige Dutzend Mitglieder der mittlerweile politisch weitgehend unbedeutenden „Republikaner“ (REP) teil. Einige „Republikaner“ sorgten in Deutz für die Belustigung von den Gegendemonstranten, die rund 50 Meter entfernt lautstark gegen das rechte Stelldichein protestierten. Mit ihren Schildern zogen sie immer wieder Kreise um die restlichen „pro“-Anhänger. Die Teilnahme der REP am von „pro Köln“ organisierten „Marsch für die Freiheit“ stellt ein Novum dar. Zwischen beiden Parteien zeichnet sich eine engere Kooperation ab. Der REP-Vorsitzende Rolf Schlierer und sein Stellvertreter Johann Gärtner traten in Köln als Redner auf. In einem Interview mit der rechten Berliner Wochenzeitung „Junge Freiheit“ spricht der „pro NRW“-Vorsitzende Markus Beisicht von Plänen, bei der Bundestagswahl 2013 oder der Europawahl im darauf folgenden Jahr als „gemeinsame Formation“ anzutreten.


Die „Republikaner“ (REP) und „Pro NRW“ bzw. „Pro Köln“ nähern sich an

Aus Berlin war eine Gruppe von „Pro Deutschland“ um den ehemaligen Kölner Stadtrat Manfred Rouhs angereist. Der belgische „Vlaams Belang“ (VB) war deutlich sichtbar vertreten, von der „Freiheitlichen Partei Österreichs“ nahm hingegen nur eine kleine Delegation teil. Filip Dewinter, VB-Fraktionsvorsitzender im flämischen Regionalparlament, beschwor die „Internationale der Nationalen“. Für die FPÖ traten Susanne Winter und Wolfgang Jung an das Mikrofon. Taylor Rose hielt eine Rede als Vertreter der US-amerikanischen „Tea Party“-Bewegung, Jacques Cordonnier (Vorsitzender von „Alsace d‘abord“, zu deutsch: „Elsass zuerst“) für den französischen „Bloc Identitaire“.

Der rassistische Tross zog vom Bahnhof Deutz über die Rheinbrücke bis zum Heumarkt. Hermetisch von der Polizei abgeriegelt und damit de facto unter Ausschluss der Öffentlichkeit fand dort die Abschlusskundgebung statt. Es sei „die größte freiheitliche Kundgebung, die Köln jemals erlebt hat“, frohlockte Beisicht. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge nahmen etwa 300 Rechte an der Demonstration teil. Am Mittag sprach ein „pro“-naher Internetblog von „mehren hundert hoch motivierten“ Demonstranten, auf dem Heumarkt verkündete „pro-NRW“-Generalsekretär Markus Wiener dann die Zahl von 1100 Teilnehmern beim „Marsch für die Freiheit“. „Ich werde deshalb nach diesem großartigem Erfolg den Gremien unserer Bürgerbewegung vorschlagen, diese Freiheitsmanifestation als jährliche Traditionsveranstaltung auch in Zukunft fortzuführen“, kündigte Beisicht an.


Sauftouristen vom „Vlaams Belang“

Und auch die Bilder, die die um Seriosität bemühte „pro“-Bewegung um jeden Preis vermeiden wollte gab es am Samstag: Einige mit dem „Vlaams Belang“ angereiste Teilnehmer waren augenscheinlich bereits beim Auftakt in Deutz betrunken. Die Kundgebung am Heumarkt nutzten sie, um sich mehrfach mit Whiskey-Cola in einem nahegelegenen Kiosk einzudecken. (mf)

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Köln: Rechtspopulisten schwächeln, Route durch Gegenproteste stark verkürzt

Köln. Höchstens 250 Anhänger der extrem rechten „Bürgerbewegung Pro NRW“ haben heute bei ihrem sogenannten „Marsch für die Freiheit“ in Köln demonstriert. Im Vorfeld hatte die rassistische Organisation bis zu 2000 Teilnehmer angekündigt. Von Deutz aus zogen der rechte Tross über die Rheinbrücke bis zum Heumarkt. Der Beginn der rechten Demonstration wurde erheblich verzögert, weil Antifaschisten in Leverkusen-Opladen die Weiterfahrt der „Pro“-Anhänger zunächst verhinderten.
Auf dem Heumarkt fand eine Kundgebung statt, bei der neben dem Vorsitzenden der „Republikaner“ (REP), Rolf Schlierer, auch verschiedene Vertreter rechtsgerichteter Parteien aus Belgien, Frankreich, Österreich und den USA gesprochen haben. Der ursprünglich von „Pro NRW“ in Richtung Rudolfplatz fiel jedoch aus. Zahlreiche Gegendemonstranten hatte verschiedene Punkte in der Innenstadt blockiert. Daher hieß das Motto für die Rechten heute: Einmal über den Rhein und zurück. Gegen 16:30 Uhr löste sich der rechte Pulk am Bahnhof Deutz auf. Die selbstgesteckten Ziele – „Großdemonstration“ und Marsch durch die Innenstadt – hat „Pro NRW“ heute verfehlt. Dessen ungeachtet wird der „Marsch für die Freiheit“ wohl in der Parteipropaganda als Erfolg dargestellt werden. (mf)

Ein längerer Text mit Fotos erscheint in Kürze auf seismograph.blogsport.de.

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Köln: Proteste gegen den „Marsch für die Freiheit“ haben begonnen

Köln. Wenige Stunden vor der angekündigten Demonstration der extrem rechten „Bürgerbewegung pro NRW“ machen sich die Gegner der Rassisten schon einmal warm.

Mancher Passant rieb sich heute am späten Nachmittag verdutzt die Augen. Mit Sprühdosen und Kreide bewaffnet zogen knapp 60 junge Leute vom Ottoplatz über die Deutzer Brücke in Richtung Innenstadt. Gehweg und Fahrbahndecke wurden mit Parolen und Losungen gegen den für morgen geplanten Aufmarsch der Rechtspopulisten „verschönert“. „Marsch in den Rhein“ prangt etwa in großen Lettern auf der Brücke. Oder „Nazis sind nicht erwünscht“ und „Pro Köln wegküssen“. Aufgerufen zu der Aktion unter dem Motto „NEIN zu RassistInnen in Köln und Überall“ hatte die Bezirksschülervertretung Köln. Die Polizei begleitete mit einigen Beamten die Aktion, Teile einer Einsatzhunderschaft waren kurzzeitig im Bereich des Bahnhofs Deutz präsent. Die Bereitschaftspolizei hielt sich jedoch im Hintergrund.

Vorab-Treffpunkte der Rechten bekannt

Die Mitglieder und Anhänger der „pro-Bewegung“ wollen morgen offenbar geschlossen bis zum Bahnhof Deutz anreisen, um von dort aus den Weg bis zur Deutzer Freiheit fortzusetzen. Dort planen die Rassisten um 12 Uhr den Auftakt für ihren sogenannten „Marsch für die Freiheit“. Die Anreise soll offenbar über Vorabtreffpunkte an den Bahnhöfen Leverkusen-Opladen und Köln/Bonn Flughafen gegen 10:45 Uhr erfolgen. Dies geht aus einer Mail des „Pro NRW“-Vorsitzenden Markus Beisicht vor, aus der das Fachportal „NRW Rechtsaußen“ zitiert.

Heerlager in Köln-Kalk

Unterdessen bereitet sich die Polizei auf einen Großeinsatz am morgigen Samstag vor. Alles deutet darauf hin, dass die Staatsmacht eine harte Linie gegen antifaschistische Demonstranten fahren wird. In der Kölner Lokalpresse wurde vermutet, dass eine fünfstellige Zahl von Beamten den Marsch der Rechten durchsetzen soll. Die Einsatzleitung setzt dabei auch auf Kräfte aus anderen Bundesländern. Am frühen Abend rückten etwa Einsatzhundertschaften aus Mainz und dem niedersächsischen Osnabrück in Köln ein. Auf einer Brachfläche unweit der Kölner Polizeipräsidiums hat die Polizei ein Heerlager errichtet. Auch schweres Gerät wie Räumpanzer und Wasserwerfer werden dort für den morgigen Einsatz bereitgehalten.(mf)

Weitere Fotos von der heutigen Aktion der Bezirksschülervertretung

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