Archiv der Kategorie 'Städteregion Aachen'

Neonazis beginnen Mobilisierung nach Stolberg

Stolberg. Neonazis werben knapp drei Wochen vor den angekündigten Aufmärschen in Stolberg bei Aachen am 8. und 9. April verstärkt für die Teilnahme. Eigenangaben aus der Szene zufolge hat am vergangenen Samstag im Kreis Mettmann eine „Mobilisierungsveranstaltung“ stattgefunden, an der angeblich 80 Neonazis teilgenommen haben sollen. Neben dem Aufmarschorganisator und ehemaligen NPD-Funktionär Ingo Haller aus dem Kreis Düren traten demnach auch Sven Skoda (Düsseldorf), Axel Reitz (Pulheim bei Köln) und der Wuppertaler Kevin Koch als Redner auf. Auch der aus Gütersloh stammende Rapper und kürzlich in die Neonazi-Szene übergelaufene „Makss Damage“ habe demnach gesprochen. „Makks Damage“ hatte sich jahrelang in linken Gruppen bewegt, war aber wegen seinen israelfeindlichen und teils antisemtischen Songtexten zunehmend auf Ablehnung gestoßen.
Ebenfalls am vergangenen Samstag haben Neonazis eigenen Angeben zufolge in Leverkusen Flugblätter für die Aufmärsche in Stolberg verteilt und offenbar in der Nacht zu Sonntag Plakate und Aufkleber verklebt. Auch in Stolberg haben Neonazis begonnen, Aufkleber und Plakate, die für die braunen Aktionen werben, zu verkleben. Dies berichten Nazigegner aus der Stadt.
Seit April 2008 nutzen die Neonazis den gewaltsamen Tod eines 19jährigen Berufsschülers, um rassistische Demonstrationen in Stolberg mit bis zu 800 Teilnehmern durchzuführen. In diesem Jahr planen sie einen „Fackelmarsch“ am Abend des 8. April, am 9. April soll ab dem Mittag ein sogenannter „Trauermarsch“ stattfinden. Das „Bündnis gegen den Naziaufmarsch 2011“ hat angekündigt, den „Trauermarsch“ mit massenhaften Menschenblockaden zu verhindern. Unterstützt wird die Initiative inzwischen von rund 100 Organisationen und Dutzenden Einzelpersonen. Das „Stolberger Bündnis gegen Radikalismus“ plant wie in den vergangenen Jahren auch Aktionen in der Stolberger Innenstadt. Fernab der Neonazi-Route findet am 9. April ab 12 Uhr eine Kundgebung auf dem Kaiserplatz mit anschließender Demonstration zum Jordanplatz statt. Über durch das lokale Bündnis geplante Proteste gegen den „Trauermarsch“ am Freitag ist bislang nichts bekannt. Antifa-Gruppen werben unter dem Motto „Let’s destroy the Myth of Stolberg! – Das Nazi-Event platzen lassen!“ auch für Proteste gegen den Neonazi-Aufmarsch am Freitagabend. (mf)

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Blockierer in spe legen nach

Aachen / Stolberg. Antifaschisten aus der Region Aachen bereiten sich auf Aktionen gegen die Neonazi-Aufmärsche am 8. und 9. April in Stolberg vor. Für Samstag, 12. März 2011, plant das „Bündnis gegen den Naziaufmarsch 2011 in Stolberg“ das zweite öffentliche „Blockadetraining“, dass diesmal in der Aachener Fußgängerzone stattfinden soll. Das Training soll um 15 Uhr am Kugelbrunnen beginnen. Von Seiten des Bündnisses heißt es dazu: „Bei dem öffentlichen Blockadetraining wollen wir gemeinsam für die Aktionen üben, zusätzlich gibt es viele Informationen.“ Ein ähnliches Training hatte bereits Anfang Februar in Stolberg stattgefunden. Trotz polizeilicher Auflagen, mit denen u.a. „szenische Wegtrageübungen“ untersagt wurden, fand die Aktion wie berichtet mit rund 80 Teilnehmern statt – als „künstlerische Inszenierung“. Die polizeilichen Auflagen, die vom Bündnis und Gewerkschaftern heftig kritisiert wurden, beschäftigen demnächst auch den Landtag. Die Duisburger Abgeordnete Anna Conrads (Die Linke) stellte eine kleine Anfrage zum Thema „Umgang der nordrhein-westfälischen Landesregierung mit antifaschistischen Blockaden und Blockadetrainings“. Sie verweist darauf, dass die Blockadeaktionen in Dresden auch von prominenten Vertretern der SPD, Bündnis 90 / Die Grünen und der Linkspartei unterstützt wurden. Unter anderem fragt sie: „Wie bewertet die Landesregierung die Verbotsverfügung des Polizeipräsidiums Aachen für das ‚Blockadetraining‘ vom 5. Februar in Stolberg?“

Werbung für das Blockadetraining am 12. März in Aachen
Werbung für das Blockadetraining am 12. März in Aachen

Unterdessen wächst – beflügelt vom Erfolg am 19. Februar in Dresden, wo zum zweiten Mal in Folge Europas größter Neonazi-Aufmarsch durch Blockaden verhindert wurde – die Schar der Unterstützer. Bislang haben rund 100 Organisationen und Initiativen sowie einige Dutzend Einzelpersonen den Aufruf des „Bündnisses gegen den Naziaufmarsch 2011 in Stolberg“ unterzeichnet. Mit Infoveranstaltungen wirbt das Blockadebündnis zudem in benachbarten Städten um Unterstützung. Geplant sind Vorträge u.a. in Eschweiler, Euskirchen, Düsseldorf, Köln und Leverkusen. (mf)

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Vorankündigung: Buch „Mythos Stolberg“

Dominik Clemens (Hg.)
Mythos Stolberg – Zur Instrumentalisierung
einer Gewalttat durch Neonazis

Stolberg bei Aachen im April 2008: Bei einer tragischen Auseinandersetzung wird ein 19jähriger Berufsschüler erstochen. Nur wenige Stunden später marschieren in der Stadt Anhänger von NPD und „Freien Kameradschaften“ auf. Weil der Täter eine Migrationsbiographie hat, verklären die Neonazis die Tat zu einem „rassistischem Mord“ an einem Deutschen. Das sich alljährlich wiederholende braune Spektakel zieht bis zu 800 Neonazis nach Stolberg. Längst haben die ausländerfeindlichen Aktionen eine Bedeutung weit über die Region hinaus erlangt. Acht Autorinnen und Autoren untersuchen in journalistischen und wissenschaftlichen Beiträgen die Entstehung des „Mythos Stolberg“, die Geschichte und Gegenwart der lokalen extremen Rechten, die Funktion von Aufmärschen für die Selbstverständigung der Neonazi-Szene und diskutieren schließlich mögliche Strategien gegen den braunen Spuk.

Mit Beiträgen von Maria Blomquist, Dominik Clemens, Michael Klarmann, Thomas Müller, Stephan Otten, Michael Trube, Fabian Virchow, Peter Zimmermann und einem Vorwort von Ralf Woelk.

Broschiert, 19 × 12 cm, ca. 120 Seiten, zahlreiche SW-Abbildungen.
Preis: ca. 8,90 €. Erscheint Anfang März 2011.

\"Mythos Stolberg\" - Cover

Subskription für Organisationen, Initiativen, Büchertischbetreiber und andere Wiederverkäufer/innen

Bei Bestellung bis zum 28. Februar 2011 gibt es „Mythos Stolberg“ bei Abnahme mehrerer Exemplare zum ermäßigten Preis – für 6,50 Euro (ab fünf Exemplaren) und für 5,50 Euro (ab zehn Exemplaren) zzgl. einer Versandkostenpauschale in Höhe von 2,50 Euro. Da hinter dem Projekt kein Verlag steht, hilft jede Bestellung bei der Realisierung dieses Buchprojekts. Anfang März wird das Buch zum regulären Preis im Buchhandel erhältlich sein.

Vorbestellungen bitte per E-Mail an nrw-ibs@dgb.de oder per Post an die Info- und Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus, c/o DGB-Region NRW Süd-West, Dennewartstr. 17, 52068 Aachen
schicken.

Gewünschte Zahl der Bücher, Liefer- und Rechnungsadresse nicht vergessen!

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Probesitzen für Dresden: Blockadetraining in Stolberg trotz Auflagen

Mit einem Blockadetraining bereiteten sich Nazi-Gegner in Stolberg (Städteregion Aachen) auf die Verhinderung des Neonazi-Aufmarsches in Dresden vor. Trotz polizeilichen Verbots fand das Training statt – als künstlerische Inszenierung.

In vielen Städten bereiteten sich Menschen darauf vor, am 19. Februar nach Dresden zu fahren. Europas größter Neonazi-Aufmarsch soll zum zweiten Mal in Folge durch Sitzblockaden verhindert werden. Dazu braucht es die richtige Technik. Dass wissen auch die Neonazi-Gegner, die am Samstag in Stolberg bei Aachen ein öffentliches Blockadetraining durchführten. Knapp 80 Menschen folgten dem Aufruf des »Bündnisses gegen
den Naziaufmarsch 2011 in Stolberg« und versammelten sich auf dem zentralen Kaiserplatz. Begleitet wurden sie von einen größeren Polizeiaufgebot. Auch Aachens Polizeipräsident Klaus Oelze machte sich vor Ort ein Bild von der Lage. Seine Behörde hatte im Vorfeld per Verfügung das Blockadetraining untersagt, weil dieses eine »Gefährdung der öffentlichen Sicherheit« darstelle. »Die rechtlich bedenklichen und absurden Auflagen waren für mich der Grund, erst recht nach Stolberg zu kommen«, sagte Ralf Woelk, Vorsitzender der DGB-Region NRW Süd-West. Ein Mitglied der Gewerkschaft Nahrung – Genuss–Gaststätten (NGG) pflichtete ihm bei. Das polizeiliche Verbot des Blockadetrainings habe die Motivation erhöht, daran teilzunehmen.Das Ansinnen der Polizei, vorab Namenslisten von Blockadetrainern und Ordnern zu erhalten, kritisierte Gewerkschafter Woelk als »völlig unangemessene Strategie der Kriminalisierung«.
Ursprünglich hatten die Neonazi-Gegner eine Versammlung geplant. Doch dann versuchte eine zehnköpfige Gruppe um den Stolberger Ratsherrn und Aachener NPD-Kreisvorsitzenden Willibert Kunkel, auf den Kaiserplatz zu gelangen. Die Neonazi-Gegner reagierten mit einer spontanen Sitzblockade,
noch bevor die Kundgebung eröffnet werden konnte. Als »künstlerische Aktion« wurden schließlich die polizeilichen Auflagen in Szene gesetzt und das Umgehen von Polizeisperren und das Unterhaken während Sitzblockaden eingeübt. Die Beamten verzichteten, gegen dieses »Nicht-Blockadetraining« vorzugehen. Das »Bündnis gegen den Naziaufmarsch 2011 in Stolberg« kündigte weitere Aktionen in den nächsten Wochen an. In zwei Wochen wollen die Aktivisten nach Dresden fahren, um das am Samstag Erprobte in die Praxis umzusetzen.
Am 9. April wollen sie erstmals den Neonazi-Aufmarsch in Stolberg verhindern. Seit 2008 marschieren Anhänger von NPD und »Freien Kameradschaften« regelmäßig durch die Kupferstadt.

Dominik Clemens für die Tageszeitung „Neues Deutschland“ (Ausgabe vom 7.2.2011)

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Stolberg: Neonazis stören Blockadetraining

Trotz polizeilicher Auflagen haben Antifaschisten in Stolberg bei Aachen ein öffentliches Blockadetraining durchgeführt. Mit der Aktion bereiteten sich die Neonazi-Gegner auf die Proteste gegen Europas größte Neonazi-Demonstration am 19. Februar in Dresden vor. Wie im vergangenen Jahr soll der Aufmarsch erneut durch Sitzblockaden verhindert werden. Rund 80 Teilnehmer folgten am Samstag dem Aufruf des „Bündnisses gegen den Naziaufmarsch in Stolberg 2011“, darunter Antifa-Aktivisten, Gewerkschafter und Vertreter verschiedener Parteien. Die Aachener Polizeibehörde hatte das Training im Vorfeld mit dem Hinweis auf eine angebliche „Gefährdung der öffentlichen Sicherheit“ erheblich eingeschränkt und unter anderem das „Einüben von Sitzblockaden und sogenannte szenische Wegtrageübungen“ per Auflage untersagt. Im Vorfeld hatten die Überbleibsel der lokalen DVU um Rudolf Motter angekündigt, man solle sich dieses Schauspiel nicht entgehen lassen: „Ich denke wir werden uns köstlich amüsieren. Zudem kann es nie schaden, wenn man seine Gegner schon mal persönlich gesehen hat und kennt.“ Die Provokation mit Ansage fand statt – jedoch ohne die DVU. Noch bevor die angemeldete Versammlung eröffnete wurde, versuchte eine zehnköpfige, vom Ratsherrn Willibert Kunkel, angeführte Gruppe der örtlichen NPD auf den Kaiserplatz zu gelangen. Die Antifaschisten reagierten mit einer spontanen Sitzblockade – und inszenierten anschließend die Auflagen der nicht stattgefundenen Kundgebung als Straßentheater. Aufgeführt wurden unter anderem Techniken zum Umgehen von Polizeisperren und das Unterhaken bei Sitzblockaden. Mit Bussen fahren die Aktivisten in zwei Wochen nach Dresden, um das am Samstag trainierte in die Praxis umzusetzen. Am 9. April soll der Neonazi-Aufmarsch in Stolberg mittels Menschenblockaden erstmals verhindert werden. Seit 2008 marschieren Anhänger von „Freien Kameradschaften“ und NPD regelmäßig durch die Kupferstadt. Anlass für die rassistischen Demonstrationen ist der Tod eines 19jährigen, der durch die Neonazis zum Märtyrer verklärt wird.

Mats Fogeman für „Antifaschistische Nachrichten“

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