Tag-Archiv für 'antirassismus'

Köln: Nach Polizeikontrollen antirassistische Demo in Kalk

Köln. Am Rande des „Kongresses für autonome Politik“, der am Wochenende im „Autonomen Zentrum“ (AZ) in Kalk tagte, fand heute Mittag eine Demonstration in dem rechtsrheinischen Stadtteil statt. Rund 120 zum Teil vermummte Demonstranten zogen über die aufgrund eines zeitgleich stattfindenden Straßenfestes stark belebte Kalker Hauptstraße und von dort weiter in den nördlichen Teil Kalks.

Mit Parolen wie „Kein Mensch ist illegal“ und „Schluss mit den rassistischen Kontrollen“ protestierten sie gegen die Polizeiaktionen, die seit dem 7. Juni in Kalk stattfinden und von „antifaschistischen Gruppen“ in einem heute verteilten Flugblatt als „rassistisch“ gebrandmarkt wurden: „Seit dem 7. Juni kam es in den nördlichen Teilen Kalks zu umfangreichen Kontrollmaßnahmen seitens der Polizei. Im Fokus standen vermeintliche Osteuropäer, mit der Begründung, dass sich die von diesem Personenkreis ausgehende Straftaten, wie Raubüberfalle, Diebstähle und Hehlerei verdoppelt hätten.“ Die Demonstranten kritisierten, dass die Kontrollen nach rassistischen Kriterien erfolgten und Menschen, die sich mit den Betroffenen der Polizeimaßnahmen solidarisierten, teilweise Platzverweise erhalten hätten. „Niemand sollte aufgrund seiner Herkunft in eine staatlich erdachte ‚Täterrolle‘ abgestuft werden. […] Wir fordern, dass die rassistische Repression hier in Köln-Kalk und auch sonst überall umgehend aufhört!“

Die antirassistischen Losungen kamen in dem Stadtteil mit hohem Anteil von Menschen mit Migrationsbiografie gut an: Viele Anwohner winkten den Demonstranten zu und klatschten Beifall, einige schlossen sich dem Protestzug an.


Die Demonstration führte auch durch die Steinmetzstraße, dabei ging das Glas an einem Schaukasten einer katholischen Kindertagesstätte zu Bruch. Offenbar ein Versehen, Adressat der Aktion dürfte die direkt benachbarte Kirche der extrem rechten „Piusbruderschaft“ gewesen sein. Die Polizei begleitete die offenbar spontan organisierte Demonstration mit wenigen Beamten, griff jedoch nicht ein. (mf)

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Köln: „festival contre le racisme“ in siebter Auflage

Köln. Ab heute findet an der Universität Köln die siebte Auflage des „festival contre le racisme” statt. Auf dem Programm der vom AstA der Uni Köln organisierten Veranstaltungsreihe stehen bis zum 9. Juni 2011 Ausstellungen, Theateraufführungen, Vorträge, Filme, Konzerte sowie ein Workshop.

Zu den kulturellen Höhepunkten der Veranstaltungsreihe zählt u.a. die Aufführung des Theaterstücks „Der Vorgang Oury Jalloh“ am 7. Juni sowie ein Open-Air-Konzert auf dem Vorplatz des Philosophikums am kommenden Mittwoch. Zu sehen ist auch die von der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“ (VVN-BdA) erstellte Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“, die während des ganzen Festivals in der Unimensa an der Zülpicher Straße gezeigt wird. Thematisch umfassen die Programmpunkte die Lebensumstände von Flüchtlingen,verschiedene Annäherungen an das Thema Rassismus und die menschenverachtende Ideologie der neofaschistischen Szene. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Der AStA der Uni Köln hofft, dass das diesjährige „festival contre le racisme“ zu einer vielfältigen Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus beitragen kann und zum Nachdenken, Diskutieren und Hinterfragen anregen wird. „Rassismus macht nicht an der Hörsaaltür halt, darauf und auf den alltäglichen Rassismus in unserer Gesellschaft wollen wir durch das ‘festival contre le racisme’ aufmerksam machen“, erklärt der 1. AstA-Vorsitzende Jonas Thiele.
„Ich hoffe, dass das diesjährige „Festival contre le racisme“ zu einer vielfältigen Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus beitragen kann und zum Nachdenken, Diskutieren und Hinterfragen anregen wird“, sagte Johanna Glaser, Referentin für Kritische Wissenschaft und Antidiskriminierung. „Gerade unreflektiert unterschwelliger Rassismus ist bis heute ein Problem. Hier versuchen wir Lösungsansätze zu geben.“

Das „festival contre le racisme“ findet seit 2003 an deutschen Hochschulen statt. Vorbild sind die vom französischen Studierendenverband UNEF organisierten Festvials, die seit 1995 stattfinden. Das vollständige Programm des „festival contre le racisme“ in Köln lässt sich unter http://www.festival.uni-koeln.de nachlesen. (mf)

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