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Köln: Schüler demonstrieren für David Berger

Köln / Erftstadt. Rund 400 Teilnehmer zählten die Organisatoren der Demonstration „Gegen Ho­mo­pho­bie und Fun­da­men­ta­lis­mus – So­li­da­ri­tät mit David Ber­ger!“, die heutige Nachmittag und am frühen Abend vom Dom durch die Kölner Innenstadt zog. Es waren vor allem Schülerinnen und Schüler aus Erftstadt, die ihren Unmut über den Entzug der Lehrerlaubnis David Bergers durch Kardinal Joachim Meisner äußerten. Wie berichtet, hatte Meisner Anfang Mai dem schwulen Theologen und Buchautoren Berger untersagt, weiterhin am Ville Gymnasium in Erftstadt katholische Religion zu unterrichten. Als Rednerin trat heute u.a. die katholische Theologin Uta Ranke-Heinemann auf. Der Amtssitz Meisners wurde von einigen Beamten der Bereitschaftsspolizei „bewacht“ – ein Bild, dass man in Köln nicht häufig sieht.

Ein längerer Text folgt ggf. in den nächsten Tagen

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Köln: Schüler-Demonstration gegen Kardinal Meisner

Köln / Erftstadt. Das durch den Kölner Kardinal Joachim Meisner verhängte Lehrverbot gegen den schwulen Theologen David Berger hat mediale Wellen geschlagen. Am heutigen „Internationalen Tag gegen Homophobie“ will ein Bündnis aus Schülerinnen und Schüler des Ville Gymnasium der Stadt Erftstadt in Köln unter dem Motto „Gegen Homophobie und Fundamentalismus – Solidarität mit David Berger!“ demonstrieren.

Die Aktion, zudem die Organisatoren mehrere hundert Teilnehmer erwarten, beginnt um 16 Uhr auf dem Vorplatz des Kölner Haupbahnhofes. Anschließend folgt eine Demonstration durch die Innenstadt. „Unser Demonstrationszug wird auch am Dienstsitz von Kardinal Meisner in der Marzellenstraße vorbeiziehen“, erklärte Bündnis-Sprecherin Anna Schmitz. „Unser Protest richtet sich nicht nur gegen diese eine Entscheidung Meisners, sondern vor allem auch gegen die alltägliche Diskriminierung von Schwulen und Lesben“, betonte der 18-jährige Schüler Max Heinemann gegenüber „Seismograph“. Im Aufruf des Bündnisses wird kritisiert, dass Religion im Allgemeinen und der Einfluss religiöser Fundamentalisten im Besonderen die freie Entfaltung menschlicher Bedürfnisse behindere. Der „Hasspredigier“ (Volker Beck) Joachim Meisner ist wegen seiner besonders reaktionären Positionen umstritten.

Unterstützt wird der Aufruf zur Demonstration u.a. vom Kölner Kreisverband von Bündnis 90 / Die Grünen. Mit Volker Beck konnten die Organisatoren einen prominenten schwulen Politiker als „Schirmherr“ gewinnen.

Anfang Mai war dem Erftstädter Pädagogen durch den Kölner Kardinal Joachim Meisner die Lehrerlaubnis für den katholischen Religionsunterricht entzogen worden. Der Kölner Erzbischof habe sich zum Entzug der sogenannten „missio canonica“ gezwungen gesehen, hieß es in einem Bericht des „Kölner Stadtanzeigers“. Das Erzbistum habe erklärt, dass Berger durch seine Veröffentlichungen und Äußerungen in den Medien selbst den Anschein erweckt habe, „in Lehre und Lebensführung mit den moralischen und gesetzlichen Normen der Kirche nicht übereinzustimmen“. Berger übte bis zu seinem Outing Aufgaben und Funktionen am rechten, traditionalistischen Rand der katholischen Kirche aus. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er als Autor des Enthüllungsbuches „Der heilige Schein: Als schwuler Theologe in der katholischen Kirche“ (erschienen im November 2010) bekannt. (mf)

Zum Thema „Religiöser Fundamentalismus“ in Köln siehe auch:

Fundamentalistische „Piusbruderschaft“ zieht nach Köln-Kalk -> http://seismograph.blogsport.de/2011/05/05/fundamentalistische-piusbruderschaft-zieht-nach-koeln-kalk/

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